Hunderasse: Broholmer

Broholmer im Profil

Broholmer ist ein sehr großer dänischer Molosser mit ruhigem Kern: gelassen im Haus, oft freundlich, aber durch Größe, Gewicht und Wachsamkeit niemals „nebenbei“ – und im Alltag nur dann wirklich entspannt, wenn Führung, Sozialisation, Gelenkschutz und klare Routinen zusammenpassen. Hier findest du Steckbrief, Alltag, Pflege, Gesundheit, Ernährung, FAQ und Quellen kompakt und praxisnah zusammengefasst.

Steckbrief

Die folgenden Angaben dienen der Orientierung. Individuelle Unterschiede je nach Linie, Alter, Trainingsstand und Alltag sind üblich – bei sehr großen Hunden sind Gewicht, Gelenke und Belastungssteuerung besonders entscheidend.

Größe
sehr groß
Gewicht
häufig ca. 40–70+ kg (je nach Geschlecht & Typ)
Temperament
ruhig, gelassen, wachsam
Erziehung
früh, ruhig, konsequent; Leinenführung Pflicht
Auslastung
mittel: gleichmäßige Bewegung + mentale Struktur
Pflege
mittel: kurzes Fell + Speichel/Ohren/Falten im Blick
Herkunft
Dänemark
Typ
Molosser / Doggen-Typ
FCI
Gruppe 2, Sektion 2.1 (Nr. 315)

Kurzprofil

Der Broholmer ist ein Hund, der vor allem durch Ruhe und Masse wirkt: Viele sind im Haus entspannt, bewegen sich wenig hektisch und brauchen keine Dauer-Action. Genau das ist gleichzeitig die Herausforderung: Ein Hund mit 50–70 kg muss nicht „wild“ sein, um schwer zu handeln zu sein.

Alltagstauglichkeit entsteht bei dieser Rasse durch Basics: Leinenführigkeit, Impulskontrolle, saubere Hausregeln, gute Sozialisation und ein klarer Umgang mit Besuch. Wer das früh aufbaut, bekommt häufig einen sehr angenehmen, gelassenen Begleiter. Wer es aufschiebt, merkt spätestens im Erwachsenenalter, dass „nett“ bei dieser Größe nicht reicht.

Passt zu dir, wenn …
• du einen ruhigen, großen Hund souverän führen möchtest
• du Leinenarbeit, Hausregeln und Sozialisation ernst nimmst
• du gleichmäßige Bewegung statt Dauer-Action bevorzugst
Passt nicht zu dir, wenn …
• du wenig Erfahrung mit sehr großen Hunden hast und keine Anleitung willst
• du Treppen, rutschige Böden und Gewichtsthemen nicht praktisch mitdenken möchtest
• du einen Hund suchst, der „nebenbei“ einfach funktioniert

Kurz gesagt: Ein gelassener Riese – einfach im Alltag, wenn Führung und Basics früh sauber aufgebaut werden.

Herkunft & Geschichte

Der Broholmer stammt aus Dänemark und gehört zu den großen, mastiffartigen Hunden, die historisch als Wach- und Hofhunde gehalten wurden. Der Schwerpunkt lag weniger auf Tempo, sondern auf Präsenz, Stabilität und der Fähigkeit, Gelände und Haus zu sichern.

Diese Herkunft erklärt bis heute viele Alltagseigenschaften: ruhige Ausstrahlung, wachsame Grundhaltung und ein Hund, der selten „hyperaktiv“ ist – dafür aber sehr deutlich, wenn er etwas als relevant einstuft.

Charakter und Verhalten

Viele Broholmer sind freundlich, gelassen und im Sozialkontakt stabil. Gleichzeitig sind sie oft wachsam – nicht als „Dauerbellen“, sondern als ruhige Präsenz. Im Alltag ist entscheidend, dass du Besuch, Hausflur, Garten und Begegnungen klar führst.

Im Training funktionieren ruhige Konsequenz und klare Standards besser als harte Korrekturen. Der Hund muss lernen, dass du Situationen regelst. Gerade bei sehr großen Hunden ist das keine „Erziehungsphilosophie“, sondern Sicherheitsmanagement.

Hinweis: Bei sehr großen Hunden ist Alltagsführung immer auch Verantwortung – nicht nur „Training“.

Gelassenheit
oft hoch – im Haus meist ruhig
Wachsamkeit
häufig vorhanden – klare Regeln wichtig
Sozialkontakt
oft stabil – frühe Sozialisation bleibt wichtig
Führung
ruhig, konsequent – besonders an der Leine

Haltung und Pflege

Haltung im Alltag

Beim Broholmer ist weniger „Auspowern“ das Thema, sondern Gelenkschutz und Alltagstauglichkeit. Viele Hunde profitieren von gleichmäßiger Bewegung: ruhige Spaziergänge, moderate Steigungen, kontrollierte Aktivitäten, statt Stop-and-Go oder hektischem Toben.

Praktisch sind klare Hausregeln: Türen, Besuch, Futter, Ruheplatz. Der Hund sollte lernen, dass er nicht alles kontrollieren muss. Dazu kommt das Gewicht: rutschige Böden, viele Treppen und Sprünge sind oft keine gute Idee – besonders im Wachstum.

Alltag mit Broholmer

Morgens startet ihr mit einer ruhigen Runde: lockere Leine, gleichmäßiges Tempo, zwei kurze Stopps mit „Warten“, dann Freigabe zum Schnüffeln. Anschließend gibt es keine Action, sondern Ruhe. Mittags reicht eine kurze Löserunde. Am Nachmittag passt eine längere Runde mit kontrollierten Übungen: Leinenarbeit, Impulskontrolle, ruhige Suchspiele. Abends ein entspannter Spaziergang – danach konsequent Feierabend auf dem Platz. Genau diese ruhige Struktur ist bei schweren Hunden oft die beste Mischung aus Auslastung und Gesundheit.

Wohnform
möglich – Treppen und rutschige Böden praktisch beachten
Alleinbleiben
trainierbar – Nähebedürfnis und Wachsamkeit beachten
Kinder
möglich – wegen Größe/Kraft klare Regeln & Management nötig

Pflege

Die Pflege ist meist moderat: kurzes Fell, das regelmäßig gebürstet werden kann. Wichtig sind Routinechecks, die bei großen, schweren Hunden besonders relevant sind: Ohren, Pfoten, Krallen, Hautfalten (wenn vorhanden) und insgesamt Körperzustand.

Viele Halter unterschätzen außerdem Speichel und „Alltags-Schmutz“: Handtuch-Routine nach Trinken und Spaziergang macht das Zusammenleben deutlich entspannter.

Fell
kurz – regelmäßiges Bürsten reicht
Ohren
regelmäßig prüfen – gerade bei großen Hunden wichtig
Pfoten
Gewicht wirkt stark – kleine Probleme früh erkennen
Speichel
Handtuch-Routine macht Alltag deutlich leichter

Typische Anfängerfehler

Beim Broholmer entstehen Probleme oft nicht, weil der Hund „schwierig“ ist, sondern weil Basics und Gewicht unterschätzt werden. Diese Fehler sind besonders häufig:

Leinenführigkeit zu spät ernst nehmen
Bei 50–70 kg ist „zieht ein bisschen“ kein kleines Thema. Früh Standards setzen.
Zu viel Gewicht im Wachstum
„Süß und rund“ belastet Gelenke. Schlank und muskulös ist der bessere Weg.
Stop-and-Go statt gleichmäßige Bewegung
Ballwerfen und wildes Toben sind oft unpraktisch. Besser: ruhig, kontrolliert, konstant.
Besuch und Tür nicht regeln
Wachsamkeit muss geführt werden. Standards an Tür und im Hausflur sind Pflicht.
Ruhe nicht trainieren
Gelassenheit ist nicht automatisch. Off-Switch macht den Alltag stabil.

Gesundheit

Bei sehr großen Hunden stehen Gelenke, Kreislauf und Belastungssteuerung im Vordergrund. Eine schlanke, muskulöse Kondition ist oft wichtiger als „viel Futter“. Regelmäßige Routine-Checks, gute Zucht und ein sinnvoller Aufbau im Wachstum sind wichtige Bausteine.

Achte im Alltag auf Warnzeichen wie anhaltende Lahmheit, deutliche Veränderungen im Bewegungsbild, schnelle Erschöpfung, auffällige Steifheit oder ungewöhnliche Schmerzreaktionen beim Aufstehen und Hinlegen.

Gewicht
Schlank halten entlastet Gelenke und Herz – bei sehr großen Hunden entscheidend.
Bewegungsapparat
Gleichmäßige Bewegung und Muskulaturaufbau sind oft sinnvoller als Stop-and-Go.
Kreislauf
Bei sehr großen Hunden sinnvoll: Routinechecks und Kondition im Blick behalten.
Stress & Erholung
Gelassenheit braucht Ruhe. Off-Switch gehört zur Gesundheitsvorsorge.

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Diagnose oder Beratung.

Ernährung

Beim Broholmer ist Ernährung vor allem ein Thema von Gewicht, Gelenkschutz und Planbarkeit: Portionen sollten zum Aktivitätsniveau passen, Snacks konsequent mitgerechnet werden. Viele sehr große Hunde profitieren von einem stabilen Plan, statt „viel“ zu füttern.

Praktisch ist, einen Teil der Tagesration als Trainingsbelohnung zu nutzen. Nach dem Fressen sind Ruhe und Entspannung sinnvoller als Toben – auch wegen der Größe und des Körpergewichts.

Futtermenge berechnen

Fütterungsrechner: Der Rechner dient als unverbindliche Orientierung für die tägliche Fütterung und ersetzt keine individuelle Beratung.

Häufige Fragen

Ist der Broholmer für Anfänger geeignet?
Eher selten. Größe und Gewicht erfordern frühe Leinenarbeit, klare Hausregeln und verantwortungsvolles Management.

Wie viel Auslastung braucht diese Rasse?
Mittel: gleichmäßige Bewegung, ruhige Struktur und kurze mentale Aufgaben sind oft sinnvoller als Dauer-Action.

Ist der Broholmer ein Wachhund?
Viele Hunde sind wachsam und präsent. Damit das alltagstauglich bleibt, sind Sozialisation und klare Regeln entscheidend.

Ist die Pflege aufwendig?
Meist mittel: kurzes Fell, aber regelmäßige Checks (Ohren, Pfoten, Krallen) und Speichel-Routine sind praktisch.

Kann ein Broholmer in einer Wohnung leben?
Möglich, wenn Platz, Struktur und Alltag passen. Treppen, rutschige Böden und Gewicht sollten praktisch mitgedacht werden.

Was sind typische Anfängerfehler beim Broholmer?
Leinenarbeit zu spät, zu viel Gewicht im Wachstum, Stop-and-Go statt gleichmäßige Bewegung, Tür/Besuch nicht regeln und Ruhe nicht trainieren.

Worauf sollte man bei der Ernährung achten?
Auf planbare Portionen, Snack-Kontrolle und schlanke Kondition. Bei sehr großen Hunden ist Gewicht ein Gesundheitsthema.

Quellen

Diese Steckbrief-Seite wurde auf Basis allgemein zugänglicher und etablierter Referenzen zur Rassebeschreibung erstellt. Für offizielle Standards gelten die jeweiligen Verbände.

FCI – Rassestandard (Broholmer, Nr. 315)
https://www.fci.be/en/
VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen
https://www.vdh.de/
DKK – Dansk Kennel Klub
https://www.dkk.dk/
The Kennel Club (UK) – Working Group (Hintergrund)
https://www.thekennelclub.org.uk/
Wikipedia (DE) – Broholmer
https://de.wikipedia.org/wiki/Broholmer
Canislog Team und Mission für gesunde Hundeernährung Titel: Über Canislog - Experten für Hundefutter

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